UND INNEN TANZEN WIR. IMMERZU

Text für einen imaginären Tanz (2020)

 

 

Akt 1: die erste Begegnung

 

Der Raum in den du siehst ist dunkel. Es riecht nach feuchtem Sand und Nebel.

Es ist still. Deine Augen gewöhnen sich allmählich an die Dunkelheit und helle

Schemen treten aus ihr hervor. Das ganze Bild ist diffus, undeutlich, uneindeutig.

 

Du blinzelst.

Du blinzelst.

Du blinzelst.

 

Ein dünner Lichtstrahl fällt von irgendwo her in den Raum.

Das Bild wird deutlicher.

 Die hellen Schemen, die auf dem feuchten Sand im Nebel liegen, sind Körper.

Nackte Körper. Sie liegen in verschiedenen Posen.

Gemeinsam bilden sie eine Körperlandschaft.

Es könnten auch Steine sein - aus einer anderen Perspektive.

Die nackte Haut und der Sand ein werden zu einem Gemisch, einer Sandhaut,

oder einer Hautsandigkeit.

Kleine Partikel, Schuppen, Schüppchen, Körnchen, reiben sich aneinander ab.

 

Woraus sind wir gemacht?

 

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Textauswahl

 

 

Mit der Arbeit verfolge ich mein Interesse für ein erweitertes Verständnis von Tanz. Tanz als Bewegung, als Regung, als Empfindung findet überall und jeder Zeit statt. Der Text UND INNEN TANZEN WIR. IMMERZU beschwört durch poetische Schichtungen, imaginierte Körper, fiktive Räume, Klang und Stimme einen Tanz herauf. Ein „imaginärer innerer Tanz“, der in singulären, speziellen und situativen Momenten in den Körpern der Zuhörer*Innen/Zuschauer*Innen zur Aufführung kommt. Durch innere Bilder, Empfindungen, Träume und Vorstellungen.

 

 

UND TANZEN WIR INNEN. IMMERZU entstand im Rahmen des Arbeitsstipendiums der Hessischen Kulturstiftung.